Lass dich von unseren Top 5 Weihnachtsgewürzen verzaubern

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In der Weihnachtszeit duftet es nach Zimt, Nelken oder anderen tollen Gewürzen, die du in leckeren Gewürzweinen und vielen tollen Gebäckarten genießen kannst. In diesem Artikel stellen wir dir 5 unserer Lieblings-Weihnachtsgewürze vor.

#1. Zimt — der leckere Allrounder zur Weihnachtszeit

Wir beginnen unsere Top 5 mit einem sehr vielseitigen Gewürz, das zu Weihnachten auf gar keinen Fall fehlen darf: die Rede ist von Zimt. Es ist nicht nur äußerst beliebt, sondern gehört auch zu den ältesten Gewürzen. Es wird vermutet, dass es bereits rund 2000 v. Chr. in Indien und China Verwendung fand. Die alten Ägypter nutzten Zimt nicht nur als Gewürz, sondern auch als Räuchermittel und zur Einbalsamierung. Im Römischen Reich diente Zimt unter anderem als Aphrodisiakum, bevor es Einzug in die römischen Küchen erhielt. Aber woher kommt eigentlich dieses lecker duftende Gewürz?

Es stammt vom Ceylon-Zimtbaum, der auch als Echter Zimtbaum bekannt ist und ursprünglich in Sri Lanka (Ceylon) beheimatet war. Dieser Zimtbaum hat eine ganz besondere Rinde, nämlich die Zimtrinde. Das im Zimtbaum enthaltene Zimtöl weist rund 75 % Zimtaldehyd auf und sorgt für das wunderbare Aroma. Neben dem echten Zimt gibt es noch die aus Indonesien stammende Sorte Cinnamomum burmannii sowie die chinesische Sorte Cinnamomum cassia (Cassiazimt). Allerdings steckt in diesen Zimtsorten mehr Cumarin als im echten Zimt. Dieser sekundäre Pflanzenstoff sollte jedoch nicht in größeren Mengen verzehrt werden. Bei gemahlenem Zimt ist es nicht immer klar, um welche Zimtart es sich handelt. Anders jedoch bei Zimtstangen, denn der echte Zimt, also Ceylon-Zimt, ist dadurch erkennbar, dass er komplett zusammengerollt ist und der Form einer kleinen Zigarre ähnelt. Andere Zimtsorten hingegen haben eine dicke Rindenschicht, die keine geschlossene Stange bildet, sondern sich lediglich an den beiden Enden einrollt.

In der Heilkunde findet die Zimtrinde Cinnamomum cortex Verwendung, jedoch nicht als Heilmittel. Hier wird von den ein bis zwei Jahre alten Wurzelschösslingen die äußere Schicht abgeschabt und die Rinde befreit. Die Zimtrinde und das Zimtöl, das daraus gewonnen wird, werden heutzutage verwendet, um den Geschmack von Arzneimitteln angenehmer zu machen. Auch Tees werden mit Zimt verfeinert. Da aus den Blättern ein billigeres Öl gewonnen werden kann, als aus der Rinde, wird das Blattöl beispielsweise in der Kosmetik, in Zahnpasten oder als Mundhygieneprodukt verwendet.

Als Gewürz besticht Zimt durch seine mannigfaltigen Verwendungsmöglichkeiten. Ob im Gebäck, Lebkuchen, Gewürzkuchen, im Likör, um Pfannenkuchen oder Milchreis zu verfeinern, um einen weihnachtlichen Obstsalat zu kreieren — mit Zimt lassen sich sehr aromatische weihnachtliche Speisen zaubern.

#2. Gewürznelken — duftige kleine Nägelchen

Gewürznelken finden bereits in der Antike als indisches Gewürz Erwähnung und sind bei uns in Europa seit dem frühen Mittelalter geläufig.

Gewürznelken stammen vom Gewürznelkenbaum, der seine Heimat ursprünglich auf den Gewürzinseln, den Molukken, hat und gehören zur Familie der Myrtengewächse. Um Nelken zu erhalten, werden die Blütenknospen getrocknet. Diese Knospen haben die Form von Nägeln, wodurch sie ihren Namen bekommen haben: negelkîn ist Mittelniederdeutsch und bedeutet Nägelchen.

Gewürznelken haben ein starkes Aroma und einen intensiven Geschmack, der scharf und brennend ist. Nelken sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil von Lebkuchen und anderem Weihnachtsgebäck, sondern werden in der Küche auch zum Würzen von herzhaften Speisen verwendet, wie Rotkohl, Fleisch- und Fischgerichten, Soßen und Marinaden. Dabei sollten die Nelken jedoch wohldosiert sein, und da der Stängel ziemlich bitter schmeckt, sollte nur der Nelkenkopf gegessen werden, der einen runden und edlen Geschmack hat. Wenn du ganze Nelken in Suppen oder Weihnachtspunsch mitkochst, kannst du diesen einen ganz besonderen Geschmack verleihen (die Nelken vor dem Servieren entfernen). Nelken sind auch Bestandteil von Currypulver. 

#3. Sternanis — die aromatische Weihnachtsdeko

Sternanis haben wir den tropischen Regionen dieser Welt zu verdanken. Auf einem immergrünen Baum, der bis zu 20 Meter hoch werden kann, wachsen Früchte, die im reifen Zustand als Gewürz verwendet werden. Sternanis sieht dank seiner Sternenform nicht nur toll aus, sondern ist auch für sein süßes und lakritzartiges Aroma bekannt und beliebt. Es ist des Weiteren leicht pfeffrig und hat einen etwas säuerlichen Geschmack. Der aromatischere Geschmack steckt in der Hülle, daher wird der gesamte Sternanis verwendet, d. h. die Kerne mitsamt der Hülle. Sternanis trumpft durch seine vielseitigen Anwendungsgebiete auf. Gemahlen, also in Pulverform, ist es eine leckere Zutat beim Backen — besonders als Lebkuchengewürz — aber auch beim Kochen.

Auch in der Kosmetik und Körperpflege kann das süß-lakritzige Aroma von Sternanis angetroffen werden. Sternanis besticht außerdem durch seine Haltbarkeit, denn wenn du ihn in gut verschlossenen Behältern aufbewahrst, dann hält er sich rund 3 Jahre.

#4. Tonkabohne — die schrumpelige Köstlichkeit aus Südamerika

Tonkabohnen sind die Samen des Tonkabohnenbaums, der im nördlichen Südamerika wächst. Angebaut werden die Samen nicht nur in Südamerika, sondern auch auf der Insel Trinidad im Karibischen Meer sowie im tropischen Afrika. Bereits am Ende des 18. Jahrhunderts gelangte die Tonkabohne nach Europa. 

Der Samen der Tonkafrucht weist eine dunkelbraune bis schwarze Farbe auf und wird getrocknet, wonach er eine schrumpelige Form annimmt. Auch wenn es sein schrumpeliges Erscheinungsbild vielleicht nicht unbedingt vermuten lässt, so ist die Tonkabohne wunderbar aromatisch, versprüht einen süßlichen Duft und das Aroma ist dem von Waldmeister und Vanille ähnlich. Daher kommt die Tonkabohne manchmal als Vanilleersatz zum Einsatz. Da die Tonkabohne sehr hart ist, schnappe dir einfach eine Muskatreibe, um die Bohne abzureiben. Als alternative Zubereitung kannst du 1 oder 2 Bohnen zusammen mit einem Liter Milch aufkochen und rund 10 Minuten köcheln lassen, dann das Ganze über Nacht ziehen lassen und am nächsten Tag für leckere Sahne- oder Milchdesserts verwenden. Sparsam dosiert ist sie auch im Gebäck köstlich. Tonkabohnen haben sich in ein beliebtes Gewürz der feinen Gastronomie verwandelt. Wer mit der Tonkabohne würzen möchte, der sollte jedoch darauf achten, dass Cumarin darin steckt, das als Toxin angesehen wird. Wenn Cumarin in Lebensmitteln als Aromastoff eingesetzt wird, dann müssen sich die Lebensmittelhersteller gemäß der Aromenverordnung an bestimmte Höchstgrenzen halten (5 mg/kg, wenn es sich um Desserts handelt und 50 mg/kg bei saisonalen Backwaren).

Das besondere Aroma der Tonkabohne kommt auch bei der Parfümherstellung zur Geltung. Der Duft der Tonkabohne soll eine hypnotisierende und erotisierende Wirkung haben und ist bei Herrenparfüms sehr beliebt, aber auch um Tabak zu aromatisieren.

Sogar schon Alexander von Humboldt machte im frühen 19. Jahrhundert die Entdeckung, dass Tonkabohnen der Wäsche einen herrlichen Duft verliehen. In Südamerika werden der Tonkabohne magische Kräfte nachgesagt und aus diesem Grund wird die Bohne als Schutzamulett getragen, das, dem Glauben nach, gegen Krankheiten helfen soll und ganz nebenbei auch dafür sorgen soll, dass Wünsche in Erfüllung gehen. 

#5. Kardamom — das Gewürz, dem eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird 

Zu guter Letzt das 5. Weihnachtsgewürz unserer Liste: Kardamom, den es als Grünen und als Schwarzen Kardamom gibt. Beide Varianten gehören zur Familie der Ingwergewächse.  Wir werden uns nun aber dem Grünen Kardamom widmen. Es gibt davon zwei Arten: den Malabarkardamom und den Ceylonkardamom. Kardamom kommt aus dem südlichen Indien, Thailand, Sri Lanka und dem Irak und wird heutzutage auch in Guatemela, Vietnam, Madagaskar, Tansania und Papua-Neuguinea angebaut. Es werden überwiegend die Samen genutzt, manchmal aber auch die gesamte Kapselfrucht, nachdem sie getrocknet wurde. Kurz bevor die Kapselfrüchte reif sind, werden diese per Hand gepflückt, um zu vermeiden, dass sie sich öffnen und die Samen sich in der Gegend verstreuen. In den Samen ist ein ätherisches Öl enthalten, das diesem Gewürz ein würziges und süß-scharfes Aroma verleiht. Allerdings verfliegt das Aroma recht schnell wieder. Da sich im Pulver auch die Fruchtschalen befinden, die normalerweise geschmacksneutral sind, haben ganze Kapseln generell das bessere Aroma, besonders wenn die Kapseln erst kurz vor der Zubereitung der Speise frisch gemahlen werden. Bei guter Qualität weisen die Kapseln ein frisches Grün auf und die Samenkörner sind schwarz und ölig.

Bei asiatischen und arabischen Speisen sind Kardamomsamen zum Würzen sehr beliebt.

In indischen Masalas darf Kardamom auf gar keinen Fall fehlen. Hierzulande ist der Grüne Kardamom zur Weihnachtszeit ein wichtiger Bestandteil von Spekulatius und Lebkuchen, wird aber auch für Schokolade, Liköre oder in Gewürzmischungen verwendet. Der Schwarze Kardamom findet hingegen nur in pikanten Speisen Verwendung. 

Fazit

Was wäre Weihnachten ohne die herrlichen Gewürze, die das ganze Haus erfüllen? Mit unseren Top-5-Weihnachtsgewürzen kannst du dir den wunderbaren Duft von Weihnachten ins Haus zaubern! Hast du andere oder zusätzliche Lieblingsgewürze? Dann lass es uns in den Kommentaren wissen!

Wir wünschen euch eine schöne und würzige Weihnachtszeit!


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