Saisonkalender: ein Leitfaden für stets frisches und knackiges Gemüse

Ernährung Wissen

Heutzutage finden wir so gut wie jede Obst- und Gemüsesorte das ganze Jahr über im Handel vor, da kann es schon mal leicht in Vergessenheit geraten, dass Obst und Gemüse ja eigentlich saisonal sind. Das ist nicht nur bei regionalen Erzeugnissen der Fall, sondern gilt auch für tropische Früchte aus Übersee. Das bedeutet, dass auch Mangos, Avocados oder Mandarinen zu festen Zeiten geerntet werden — genau wie Spargel oder Rhabarber bei uns.

Hast du schon mal im Urlaub eine Papaya oder eine andere exotische Frucht gegessen und dich gewundert, dass sie viel süßer und intensiver schmeckt, als du es von zu Hause gewohnt bist? Das liegt daran, dass die Frucht im Urlaubsland ausreichend Zeit gehabt hat, unter der warmen Sonne vollständig am Baum oder am Strauch zu reifen. Werden diese Früchte jedoch nach Deutschland importiert, so werden sie gepflückt bzw. geerntet, wenn sie noch grün sind, um den langen Transportweg zu überstehen. Früchte, die geerntet werden bevor sie ihre optimale Reife erhalten, sind geschmacklich allerdings weniger intensiv als sonnengereifte Früchte.

 

 Warum man das saisonale Angebot nutzen sollte

  • Saisonales Obst und Gemüse ist schön frisch, knackig und schmeckt in der Regel besser.
  • Die Preise sind meistens sehr ansprechend, was daran liegt, dass das saisonale Obst und Gemüse in Fülle vorhanden ist.
  • Vorfreude ist etwas Schönes: Wenn man bestimmtes Obst und Gemüse nicht das ganze Jahr über hat, dann ist die Freude umso größer, wenn man seinen Gaumen wieder damit verwöhnen kann.
  • Saisonal essen bringt Abwechslung, denn der Speiseplan wird automatisch an das Angebot angepasst, das gerade verfügbar ist und durch die kleinere Auswahl kann man schon mal das ein oder andere Obst oder Gemüse neu entdecken, wie beispielsweise Mangold.

 

Anbauform

Der klassische Freiland-Anbau ist dabei bei Weitem die klimaschonendste Form. Um ein Kilogramm Kopfsalat im Freiland anzubauen, entstehen 140 Gramm CO2. Wenn jedoch ein Kilogramm Kopfsalat im beheizten Treibhaus gezogen wird, dann entsteht laut Angaben des Bundeszentrums für Ernährung 30x so viel CO2.

 

Lagerung

In der CO2-Bilanz darf auch die Lagerung nicht unberücksichtigt bleiben, denn diese erfordert eine Menge Energie. Als Beispiel: Wenn ein aus Deutschland stammender Apfel monatelang eingelagert wird, dann kann dessen Ökobilanz sogar schlechter ausfallen, als wenn der Apfel den langen Weg aus Neuseeland hinter sich hat.

Wenn man all diese Gesichtspunkte betrachtet, dann bedeutet regional nicht automatisch umweltschonender, denn es kann zwar aus der Region sein, aber aus einem Treibhaus stammen oder lange eingelagert worden sein. Wer jedoch saisonal isst, der kann beispielsweise die Lagerung umgehen. Der Saisonkalender verrät, welches Obst und Gemüse in welchen Monaten frisch erhältlich ist.

 

Deutschland ist gut versorgt

Ob Obst, Gemüse oder Salat: Es gibt keinen Monat, an dem bei uns hier in Deutschland nicht etwas Leckeres heranwächst und erntebereit ist. Im Wonnemonat Mai gibt es beispielsweise die ersten heimischen Erdbeeren und die Spargelzeit beginnt. In den Wintermonaten gibt es unter anderem frischen Grünkohl und Rosenkohl und im Frühling kommen die ersten Radieschen zum Vorschein. Die Sommermonate sind vollgepackt mit buntem Allerlei, von Kirschen und Heidelbeeren über Zucchini und Erbsen bis hin zu Bohnen. Auch im Herbst wird es nicht langweilig, denn dann gibt es Birnen, Quitten und Rote Beete.

Äpfel sind das beliebteste Obst der Deutschen und werden bei uns fast das ganze Jahr über geerntet. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 19,5 Kilogramm. Gefolgt von zwei nicht-regionalen Früchten, nämlich der Banane (14,7 kg) und den Orangen (0,2 kg). Beim Gemüseanbau ist der Spargel in Bezug auf die Fläche der Spitzenreiter, denn in Deutschland werden etwa 20.000 Hektar von diesem allseits beliebten Gemüse angebaut. Auch Kohlgemüse ist bei uns sehr beliebt und es werden rund 800.000 Tonnen davon geerntet, gefolgt von Möhren (etwa 500.000 Tonnen) und Zwiebeln (ca. 400.000 Tonnen).

 

Die richtige Lagerung, um Vitaminverlust und Verderb zu vermeiden

Frisches Obst und Gemüse soll natürlich auch zu Hause noch so lange knackig und frisch wie möglich bleiben, daher ist eine angemessene Lagerung sehr wichtig. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft schmeißen wir jedes 8. Lebensmittel, das wir kaufen, in den Müll. Mit der richtigen Lagerung können wir dem vorbeugen. Früher war die Lagerung von Kartoffeln ein Kinderspiel, denn die Häuser hatten einen extra dafür vorgesehenen Ort: den guten alten Kartoffelkeller. Aber auch ohne Kartoffelkeller kann man Kartoffeln richtig lagern. Wichtig ist, dass die Kartoffeln an einem Ort gelagert werden, der sowohl trocken und kühl als auch dunkel ist, um ein schnelles Keimen zu verhindern. Ideal ist ein Leinensack oder eine Holzkiste.

Viele Obst- und Gemüsesorten können jedoch im Kühlschrank aufbewahrt werden, und zwar im Gemüsefach, das sich ganz unten im Kühlschrank befindet. Bananen verfärben sich im Kühlschrank allerdings schnell braun und werden matschig.

Wenn Obst und Gemüse zu lange oder falsch aufbewahrt werden, dann verderben sie nicht nur schneller, sondern verlieren auch Vitamine.

Tipp: Wenn du das Obst vor dem Verzehr eine Weile aus dem Kühlschrank legst, kann sich das Aroma voll entfalten.

 

Was es beim Einkauf zu beachten gibt

Manche Händler biete ihre Erzeugnisse bereits vor dem Start der Hauptsaison auf dem Markt an, was dazu führen kann, dass manche Produkte teuer sind und die Qualität zu wünschen übriglassen kann. Das kann beispielsweise auf Erdbeeren zutreffen, die zwar tiefrot und lecker aussehen, geschmacklich aber enttäuschen. Auch ist es nicht immer einfach, saisonales Obst und Gemüse zu erkennen, denn es fehlt ein einheitliches Siegel, lediglich die Angabe des Ursprungslandes ist Pflicht.

Daher am besten vorher auf dem Saisonkalender nachschauen, um sicher zu gehen, welches Obst oder Gemüse Saison hat.

 

Obst und Gemüse aus Bio-Anbau

Obst und Gemüse aus Bio-Anbau können je nach Siegel strengere oder weniger strenge Auflagen haben. Das Deutsche Bundeszentrum für Ernährung hält Bio-Lebensmittel grundsätzlich für empfehlenswert, da für die Erzeugung weder künstliche Dünger noch Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Für die Umwelt sind Bio-Lebensmittel häufig die bessere Wahl, da der CO2-Ausstoß laut des Deutschen Bundeszentrums für Ernährung 5 bis 30 Prozent geringer ist als bei konventionellen Produkten. Soweit so gut. Ob die jeweiligen Produkte saisonal sind, könnt ihr auf unserem Saisonkalender nachschauen.

 

Fazit:

Saisonales Obst und Gemüse ist frisch und schmeckt oftmals intensiver. Dabei muss saisonal aber nicht zwingend regional bedeuten, denn es kann ruhig auch nach exotischen Früchten gegriffen werden, die gerade in Saison sind. Außerdem macht es Spaß, sich mit den Obst- und Gemüsesorten näher zu beschäftigen, zu lernen, wann was wächst, und anhand dessen tolle Rezepte zu kreieren. Und wer einen Garten hat, der kann sogar so manches selber anpflanzen! In unserem Saisonkalender für Gemüse seht ihr, wann welches Gemüse in Deutschland Saison hat.  



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