Kokosöl - das natürliche Wundermittel?

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Biologisch angebaute, biologisch hergestellte und in schonenden Verfahren verarbeitete Produkte liegen immer stärker im Trend. Denn wer sich bewusst ernährt, informiert sich über die Herkunft und Verarbeitungsweise der Produkte, die in den eigenen Körper gelangen. Dabei geht die Kokosnuss vielen Bioprodukten voran: Inzwischen nutzen wir sie als Bestandteil von immer mehr Produkten in unseren Haushalten und so findet sie ihren Weg in Form von reinem Kokosöl oder Kokosfleisch in unsere Küchen und Badezimmer.

Das aus ihr gewonnene, süßlich riechende Fett wird zum Backen, Braten und Kochen benutzt, wir verarbeiten die Kokosnuss zu Brotaufstrich, wir trinken sie als Kokosgetränk oder reiben das Öl in Haut und Haar. Die Kokosnuss ist in aller Munde, und ähnlich wie Chia-Samen wird sie von manchen als Wundermittel bezeichnet, auch der Begriff “Superfood” wird gerne mal genutzt.

Ob die Kokosnuss ein Wundermittel ist, oder es Wundermittel gar gibt, darüber lässt sich natürlich streiten. Was wir als bewusste Verbraucher jedoch tun können, ist uns über Herkunft, die Gewinnung und die Anwendungsmöglichkeiten eines Naturprodukts zu informieren, bevor wie es kaufen. Diesen Fragen gehen wir in diesem Artikel nach - und besonders interessieren uns hierbei die Anwendungsmöglichkeiten!

Die Geschichte der Nutzung von Kokosöl

Es scheint, dass es in einigen Ländern Europas noch gar nicht so lange her ist, dass die Kokosnuss lediglich eine exotische Frucht war, welche man nur auf dem Jahrmarkt zu sehen bekam, im Inneren eines Schokoriegels oder im teuren Urlaub auf einer Karibikinsel. Im Zuge des modernen Strebens nach natürlicher Ernährung und Körperpflege gibt es nun ganze Gänge in Supermärkten und anderen Lebensmittelgeschäften, die sich dem Verkauf von Bioprodukten und auch eher exotischen Produkten widmen. Ebenso finden wir dort heimische, aber bislang unbekannte oder nun wiederentdeckte Produkte. Auch die Kokosnuss kann dazu gezählt werden, die wiederentdeckt und nicht neu entdeckt wurden. Kokosöl wurde bereits Mitte des 20. Jahrhunderts routinemäßig in z. B. der amerikanischen Küche verwendet. In den 1940er Jahren war es die Hauptquelle von pflanzlichen Fetten in der Ernährung, bis es durch andere Pflanzenöle wie Olivenöl und Sonnenblumenöl verdrängt wurde.

Heute finden wir die Kokosnuss nun in allen möglichen Produkten. Sie ist in unser Shampoo gelangt, in die Haarspülung, in die Körperlotion und Sonnenschutzlotion. Auch vor der Küche hat die Kokosnuss nicht halt gemacht. Nicht zuletzt auch durch die Verschmelzung asiatischer Kochkünste mit unserer heimischen Küche findet man die Kokosnuss in verschiedenen Formen nun auch im Essen. Sei es Kokosnussstückchen, -Raspeln oder das nun wieder heißbegehrte Öl. Das Kokosöl ist in unsere Haushalte zurückgekehrt.

Woher stammt das Kokosöl bzw. die Kokosnuss?

Tatsächlich ist bis heute nicht so ganz klar, woher die Kokosnuss wirklich stammt. Über Jahrtausende ist die Kokosnuss über den ganzen Globus gereist. Man hat sich inzwischen auf die Annahme geeinigt, dass sie vermutlich aus dem indisch-indonesischen Raum stammt, und sich quasi selbst in anderen Regionen ausgebreitet hat, indem sie lange Reisen über den Ozean hinter sich brachte, um an neuen Ufern Wurzeln zu schlagen.

Sie wurde in Afrika, Asien und in Südamerika bereits seit Jahrhunderten verwendet und diente als Nahrungsmittel, Pflegemittel und teilweise sogar als Heilmittel.

Die Gewinnung von Kokosöl

Kokosnussöl wird aus dem Fleisch der Kokosnuss gepresst. In einigen Erzeugerländer im asiatischen und pazifischen Raum nutzt man Ölmühlen, in denen aus dem weißen Fruchtfleisch der reifen Kokosnuss das begehrte Kokosöl gewonnen wird. Da die Kokosnuss schon lange einen guten Ruf als Nahrungsmittel und Pflegemittel gleichzeitig hat und einen guten Absatz fand, haben wir, wie bei fast allen Produkten, industrielle Herstellungsmethoden entwickelt. In den letzten Jahren geht der Trend jedoch wieder verstärkt in die Richtung, dass man sich schonender Produktionsverfahren besinnt. In der Regel wird jedoch jetzt noch das industrielle Herstellungsverfahren bevorzugt.

Nach der Ernte werden die reifen Kokosnüsse geschält und gespalten und zum Trocknen in einem Wärmeraum oder auch in der Sonne gelagert. Das Fruchtfleisch wird nach dem Erkalten von der Schale gelöst und dann der Pressung zugeführt. Bei der industriellen Herstellung wird dabei teilweise mit Mitteln zur Härtung, Bleichung und Desodorierung gearbeitet. Ein Merkmal der industriellen Herstellung ist, dass dort mit Hitze gearbeitet wird, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen. Ein Merkmal biologischen und nicht industriell hergestellten Kokosöls ist daher die Kaltpressung.

Kokosöl und Kokosmus - was ist der Unterschied?

Wie der Name schon hergibt, stammen beide Produkte zunächst einmal aus der gleichen Frucht. (Denn die Kokosnuss ist eigentlich eine Frucht und keine Nuss!)
Kokosmus ist das gemahlene reine Fruchtfleisch einer Kokosnuss. Um das Mus herzustellen wird das Fruchtfleisch der Kokosnuss zunächst geraspelt, dann getrocknet und schließlich fein gemahlen. Es wird besonders in der asiatischen Küche zum Süßen von Speisen verwendet, hat von dort seinen Weg aber auch schon in die europäische Küche gefunden. Auch lassen sich damit perfekt Smoothies zubereiten. Es ist vom Geschmack her eher süß. Der Unterschied bei der Herstellung ist, dass Kokosöl in einer Ölmühle geschleudert wird. Bei der industriellen Herstellung wird dabei auch Hitze verwendet. Bei der Herstellung von Kokosmus benötigt man diese nicht. Kokosöl ist ölig, Kokosmus ist hingegen cremig und süß.

Kokosöl zum Kochen und Backen: Die Nutzbarkeit, Nährwerte und Verdaulichkeit von Kokosöl

Es gibt viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten für Kokosöl in der Küche, denn es kann zum Braten, Backen und Kochen verwendet werden. Auch kann man es als Süßungsmittel z.B. bei Kaffee hinzufügen. Der eigenwillige Geschmack ist ganz einfach von anderen Süßstoffen zu unterscheiden. In der asiatischen Küche wird Kokosöl häufiger verwendet als in der europäischen Küche.

Ein Esslöffel Kokosöl hat ungefähr folgende Nährwerte:

  • 120 Kalorien
  • 13 g Fett, davon 11 g gesättigtes Fett
  • Kohlenhydrate 0 g
  • Protein 0 g

Kokosöl gehört zu den gesättigten Fettsäuren  und ist mit 82% eine der reichsten Quellen im Vergleich zu z.B. Butter mit 62%. Da ein Übermaß an gesättigten Fettsäuren als einer der Risikofaktoren für erhöhte Cholesterinwerte betrachtet wird, sollten gesättigte Fettsäuren wie Kokosöl am besten nur in begrenzten Mengen genossen werden.

So kannst du Kokosöl in der Hautpflege nutzen

#1 Als Make-up-Entferner

Kokosöl ist sehr vielfältig in der Anwendung bei Kosmetik, Haut und Haarpflege. Es kann zum Beispiel zum Abschminken verwendet werden, insbesondere um die Augen herum, wo die Haut sehr dünn ist. Das Abschminken in diesem Bereich sollte auf eine sanfte Weise erfolgen, wozu sich das Öl in Verbindung mit einem weichen Schwamm perfekt eignet. Dabei sorgt das Kokosöl gleichzeitig für Feuchtigkeit und macht die Haut somit schön zart.

#2 Als Body-Lotion

Kokosöl eignet sich ebenfalls als Körperlotionen. Bei regelmäßiger Anwendung sieht man Erfolge bei z.B. trockener Haut relativ schnell. Die nachfettende Wirkung des Kokosöls gibt der Haut wertvolle Öle zurück, die wir mit täglichem Duschen und dem Gebrauch von Seife quasi abwaschen. Der Nachteil bei der Verwendung als Körperlotion ist, dass das Öl bei reichhaltiger Verteilung auf der Haut nicht schnell einzieht. Man sollte daher entweder sparsam mit dem Öl umgehen oder sich ausreichend Zeit lassen für die Hautpflege, damit das Öl einziehen und seine volle Wirkung entfalten kann.

#3 Für den Sonnenschutz

Auf der Haut wird Kokosöl auch eine schützende Wirkung vor Sonne zugeschrieben, denn es hat gewisse Eigenschaften eines Sonnenschutzmittels. Als wirksamen Sonnenschutz sollte man es jedoch nicht alleine verwenden, sondern stattdessen zu einem kommerziellen oder vom Arzt empfohlenen Mittel greifen, damit ausreichender Schutz gewährleistet ist. Hier ist natürlich wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten und am besten sogar ein Naturkosmetik-Produkt zu wählen. Hier wirst du wahrscheinlich feststellen, dass Kokosöl bereits Bestandteil vieler Sonnenschutzmittel ist.

Die Vor- und Nachteile

Kokosöl bietet extrem vielfältige Anwendungsgebiete und eine hohe Ergiebigkeit. Und da es immerhin ein Naturprodukt ist, kannst du dir bei Kokosöl sicher sein, dass keine schädlichen Inhaltsstoffe enthalten sind.

Da es allerdings sehr ölig ist, ist die Hautpflege mit diesem Öl zeitaufwändiger als z.B. mit einer herkömmlichen Körperlotion. Bei manchen Menschen wirkt Kokosöl außerdem komedogen, was bedeutet, dass es Hautunreinheiten wie Pickel oder Mitesser hervorrufen kann. Andere wiederum schwören darauf als Gesichtspflegeprodukt, selbst bei Akne, sodass keine pauschales, für alle Menschen gültiges Urteil gefällt werden kann.

Das bewirkt Kokosöl in der Haarpflege

Kokosöl kann als Pflegeprodukt vor der Haarwäsche verwendet werden. Hierfür kann man es in die Haare, insbesondere in die Haarspitzen, einmassieren und dieses für eine Weile einwirken lassen, bevor man die Haare wäscht. Die rückfettende Wirkung sorgt nach dem Haarewaschen für leichter kämmbares Haar.

Es kann auch nach der Haarwäsche verwendet werden, und sogar als Conditioner ohne Ausspülen im Haar verbleiben. Darüber hinaus eignet es sich zur Anwendung als Haarkur, welche man über mehrere Stunden oder auch über Nacht anwendet. Dazu verteilt man ein wenig Öl im Haar und lässt es über Nacht im Haar einwirken. Dafür ist empfohlen, ein großes Handtuch auf dein Kopfkissen zu legen oder, falls du damit schlafen kannst, ein Handtuch über Nacht um deine Haare gewickelt zu lassen. Morgens wird es dann einfach mit einem Shampoo ausgewaschen.

Der Vorteil ist auch hier die vielseitige Verwendbarkeit vor und nach der Haarwäsche und als Haarkur. Allerdings beschwert das Haar, wenn es nicht ausgewaschen wird.

Fazit

Kokosöl ist sehr vielseitig verwendbar. Verschiedene Quellen sagen aus, dass Kokosöl auch heilende Wirkungen hat. Dies müsste man im Einzelfall jedoch selber erforschen oder testen. Die vielseitigen Bereiche der Anwendung wie Körperpflege und Ernährung machen dieses Öl zu einem echten Allroundtalent in jedem Haushalt. Wie weit das Produkt für jeden individuell geeignet ist, muss man selber ausprobieren. Wer von Natur aus fettige Haut oder fettiges Haar hat wird wahrscheinlich eher nicht auf ein Öl zugreifen. Bei trockener Haut hingegen kann es schon wieder eine sehr positive Wirkung haben. Insgesamt ist Kokosöl eine nicht zu unterschätzende Kraft der Natur.

 


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