Mit Süßigkeiten den Vitaminbedarf decken?

Ist eine Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitaminen sinnvoll?

Stell Dir vor, Du isst und trinkst jeden Tag nur Süßigkeiten und sehr zuckerhaltige Getränke und würdest trotzdem alle notwendigen Vitamine zu sich nehmen. Hört sich das für Dich nach einer gesunden und ausgewogenen Ernährung an? Nein? Dann bist Du mit dieser Meinung nicht allein, denn eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ganze 90 Prozent der Lebensmittel, die mit Vitaminen beworben werden, als ungesund angesehen werden.

Ungesunden Lebensmitteln wird ein gesundes Image verpasst

Es gibt viele Lebensmittel, die kein gesundes Image haben, daher fügen manche Lebensmittelhersteller gerne Vitamine zu Ihren Produkten hinzu und rühren dafür kräftig die Werbetrommel. Laut der von der Verbraucherorganisation foodwatch e. V. ausgeführten Studie enthalten allerdings von den 214 Produkten mit Vitaminzusätzen ganze 190 entweder zu viel Fett, zu viel Zucker oder zu viel Salz. Das Ergebnis: „Ein Haufen Junkfood mit Vitaminzusätzen.” Zudem werden die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Kriterien für ausgewogene Lebensmittel nicht erfüllt. Es werden nun Stimmen nach einer gesetzlichen Regelung laut. Die Verbraucherorganisation setzt sich dafür ein, dass zukünftig nur noch Werbung mit Gesundheitsbotschaften gemacht werden darf, wenn diese Produkte den Kriterien der WHO für ausgewogene Lebensmittel entsprechen.

Künstlich hinzugefügt wurden die Vitamine in 85 % der untersuchten Produkte und befinden sich in gesüßten Getränken, in Süßigkeiten aber auch in Säften und Joghurts. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sei die Mehrheit der Menschen in Deutschland jedoch ausreichend mit Vitaminen versorgt, wenn sie eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise verfolgen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es fragwürdig ob Süßigkeiten, auch wenn sie mit Vitaminen versetzt sind, ein Defizit ausgleichen können.

Warum werden Vitamine künstlich hinzugefügt?

Generell sind zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten billig herzustellen und die Gewinnmarge dieser Produkte ist hoch. Auch der Zusatz von Vitaminen ist in der Regel kostengünstig und bietet der Lebensmittelindustrie durch die zusätzliche Werbemöglichkeit zugleich bessere Verkaufschancen für ihre Produkte. Die Lebensmittelhersteller unterliegen zwar den EU-Richtlinien und müssen sich seit dem Jahr 2012 ihre Gesundheitsbotschaften bewilligen lassen — denn nicht jede Werbeaussage ist erlaubt — jedoch ist es nicht geregelt, welche Art von Lebensmittel diese gesundheitsbezogenen Werbebotschaften tragen dürfen und welche eben nicht. Und so kann es sein, dass beispielsweise selbst sehr zuckerhaltige oder fettreiche Lebensmittel als „gesund” vermarktet werden können, wenn sie mit Vitaminen angereichert sind.

Besonders bei Kindern ist Vorsicht geboten

Gerade bei Kindern kann es manchmal ein wenig knifflig sein, dafür zu sorgen, dass sie genug frisches Obst und Gemüse essen und manche Eltern greifen daher gerne auf Frühstückscerealien zurück, die zusätzliche Vitamine enthalten. Dies mag auf den ersten Blick als Patentrezept erscheinen, um zu gewährleisten, dass die Kinder alle notwendigen Vitamine zu sich nehmen. Auf der Strecke bleibt dadurch aber häufig, dass diese Art von Cerealien in der Regel eine Menge Zucker enthalten, oftmals viel zu viel. Außerdem könnte es dazu führen, dass Kinder mehr Vitamine erhalten, als sie benötigen, wodurch eventuell Nebenwirkungen entstehen könnten. Um dies zu vermeiden, können Eltern mit frischen Erzeugnissen ein leckeres und nahrhaftes Mahl selber zubereiten und beispielsweise in Form eines Smileys auf dem Teller servieren. Ihrer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, wichtig ist lediglich, dafür zu sorgen, dass Kinder eine ausgewogene Ernährung erhalten.

Fazit

Es ist sehr wichtig, auf eine ausgewogene und gehaltvolle Ernährung zu achten. Um einem Vitamin-Mangel vorzubeugen, ist es sinnvoll, sich regelmäßigen Kontrollen beim Arzt zu unterziehen. Wenn ein Vitamin-Mangel vorliegt, sollte selektiv dagegen vorgegangen werden und nicht nur auf ein Werbeversprechen auf einer Cornflakes-Packung gehört werden. 


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