Unterstütze deine Knochen ein Leben lang: Wir klären 6 grundlegende Fragen

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Seine eigenen Knochen merkt man im Idealfall selten, spielen aber eine zentrale Rolle in unserem Wohlbefinden. Bevor wir aber der Frage nachgehen können, wie man den Erhalt seiner Knochen täglich unterstützt, beschäftigen wir uns erst einmal damit, was Knochen überhaupt sind und wie sie funktionieren. In unserem folgenden Artikel wollen wir genau das möglichst kurz und zusammenfassend erklären.

#1 Woraus bestehen Knochen?

Knochen bestehen zu einem großen Teil aus anorganischen Materialien, genau genommen aus Calciumphosphat und Hydroxylapatit. Die äußere, rindenartige Schicht, die den Knochen umhüllt, wird dabei als kortikaler Knochen bzw. Kortikalis bezeichnet. Diese Bestandteile sind sehr lange haltbar und der Grund, warum menschliche und tierische Überreste noch lange in Form eines Skeletts übrig bleiben. Tatsächlich wissen wir zum Beispiel von der Existenz der Dinosaurier hauptsächlich, weil eben ihre Knochen die Jahrhunderte und Jahrtausende überdauert haben. 

Auch wenn aus diesem Grund Skelette allgemein mit dem Tod assoziiert werden, sind Knochen eigentlich ganz schön lebendig. Sie sind von der kollagenhaltigen, mit Nerven und Blutgefäßen durchzogenen Knochenhaut überzogen und enthalten auch in ihrem Inneren organisches Gewebe. Die innere, schwammartige Struktur, in der dieses enthalten ist, werden als trabekuläres Knochengewebe bzw. Spongiosa bezeichnet.

#2 Sind alle Knochen gleich?

Grundsätzlich bestehen alle Knochen aus demselben anorganischen Material, das mit organischem Gewebe überzogen bzw. durchzogen ist. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrem jeweiligen Aufbau je nach der Funktion, die sie ausüben. Röhrenknochen, wie sie sich in Armen und Beinen befinden, enthalten in ihrem Inneren beispielsweise besonders viel Knochenmark und sind damit regelrechte Organe. Platte Knochen wie jene am Schädel, den Rippen und den Schultern wiederum weisen keine solche innere Höhle auf, während das Stirnbein jedoch über einen mit Schleimhaut ausgefüllten Hohlraum verfügt.

Zudem variieren die Knochen auch sehr stark in ihrer Größe. Während der Oberschenkelknochen, der wohl größte im menschlichen Körper, bei einem 1,80 m großen Menschen rund 50 cm lang ist, misst der sogenannte Steigbügel, einer der Gehörknöchelchen, kaum einen Millimeter.

#3 Wie funktioniert Knochenwachstum?

Das Knochenwachstum ist ein steter Prozess, der bereits bei der Entstehung des Körpers im Mutterleib einsetzt. Er ist notwendigerweise ein andauernder Vorgang, denn schließlich könnten Schäden am Knochen, wie Knochenbrüche, ohne ihn nicht verheilen.

Er verläuft dabei immer folgendermaßen: Die sogenannten Osteoblasten bilden die Knochenmasse in ihrer Ursprungsform. Diese wird als Osteid bezeichnet und ist anfangs noch weich. Mit der Zeit lagert diese Masse Hydroxylapatit und Calciumphosphat ein, die wir schon einmal erwähnt haben, wodurch sie sich verhärten und ihre charakteristische, stabile Form annehmen. Altes Knochengewebe wiederum wird von den sogenannten Osteoklasten wieder abgebaut, um Platz für neues Knochengewebe zu schaffen.

Pro Jahr werden auf diese Weise 3% des kortikalen und 25 % des trabekulären Knochengewebes erneuert, und alle sieben bis zehn Jahre somit das gesamte Skelett. Wie alle Erneuerungsvorgänge des Körpers verlangsamt sich auch das Knochenwachstum mit zunehmendem Alter, weswegen ältere Menschen oft über weniger stabile Knochen verfügen und Verletzungen derselben langsamer heilen.

#4 Über wie viele Knochen verfügt der menschliche Körper?

Der menschliche Körper verfügt über rund 206 Knochen. Die Anzahl kann dabei in kleineren Knochen wie jenen des Fußes und der Wirbelsäule etwas schwanken und kann bis zu 214 betragen. Dies kommt dadurch zustande, dass teilweise kleinere Knochen dazu neigen, zusammenzuwachsen. Art und Weise dieses Zusammenwachsens variieren je nach Individuum, sodass anhand dieser Charakteristika Skelette auch identifiziert werden können.

#5 Welche Funktionen haben Knochen? Inwiefern spielen Knochen und Muskulatur zusammen?

Die wichtigste Funktion der Knochen ist ihre Stützfunktion. Ohne sie würde unser Körper in sich zusammensacken. Als Bestandteil des Stütz- und Bewegungsapparates geben sie dem Körper eine Form und ermöglichen gleichzeitig auch eine zielgerichtete Bewegung. Während die Muskeln die Kraft produzieren, die für eine Bewegung notwendig ist, wird diese Kraft über die Sehnen, an denen die Muskeln am Knochen befestigt sind, übertragen.

Knochen und Muskeln arbeiten so eng zusammen, dass der Körper dies automatisch berücksichtigt und deren Wachstum aufeinander abstimmt. Nimmt durch Krafttraining also die Muskelmasse zu, sorgt der Körper auch dafür, dass die Knochenmasse entsprechend angepasst und verstärkt wird. Umgekehrt geht diese bei schwindender Muskelmasse ebenfalls zurück.

Ferner dienen beispielsweise die Rippen dazu, den Körper nicht nur zu stabilisieren, sondern auch seine lebenswichtigen Organe wie Herz und Lunge zu schützen. Der Schädelknochen, der wohl härteste des ganzen Körpers, dient ebenfalls diesem Zweck, indem er das Gehirn vor äußeren Schadenseinwirkungen schützt.

Neben diesen recht offensichtlichen Funktionen erfüllen Knochen jedoch noch weitere Zwecke. Wir hatten schon davon gesprochen, dass es sich bei den Röhrenknochen um regelrechte Organe handelt. Das liegt daran, dass das in ihnen besonders stark vorhandene Knochenmark eine zentrale Rolle für den Blutkreislauf und das Immunsystem spielt. In ihm werden nämlich die roten und weißen Blutkörperchen hergestellt.

Zudem dienen Knochen auch als Speicher des Körpers für Calcium und Phosphat, die zu den für den Stoffwechsel am wichtigsten Mineralstoffen zählen. Bei einem akuten Mangel kann der Körper so auf diese festen Reserven zurückgreifen, indem er die Aktivität der Osteoklasten, die ohnehin vor sich geht, verstärkt und das so freigesetzte Kalzium für andere Zwecke verwendet.

Das Beispiel der Gehörknöchelchen zeigt wiederum, dass einige Knochen teilweise sogar eine ungestörte sinnliche Wahrnehmung des Menschen gewährleisten.

#6 Welche Nährstoffe unterstützen den Erhalt der Knochen?

Da das Knochengewebe sich zum größten Teil wie bereits erwähnt aus Calciumphosphat und Hydroxylapatit zusammensetzt, spielen Mineralstoffe für den Erhalt normaler Knochen eine Rolle. Allen voran ist hier natürlich Calcium (auch: Kalzium) zu nennen, das sich bekanntlich vor allem in Milch und Milchprodukten befindet, aber auch in vielen Körnern, in Kohlgemüse und auch in manchen Obstsorten wie Goji-Beeren.

Eine Rolle beim Calciumhaushalt und dementsprechend dem Erhalt der Knochen spielt auch Vitamin D3. Dieses kann durch die Nahrung aufgenommen werden, ist aber in fettem Meeresfisch besonders konzentriert enthalten. Das meiste Vitamin D3 produziert der Körper jedoch selber über in die Haut eindringende Sonneneinstrahlung. Mehr zum Sonnenvitamin findest du hier!

Vitamin K2 spielt ebenfalls eine Rolle im Knochenerhalt. Es unterstützt nicht nur den Erhalt normaler Knochen, sondern trägt auch zur normalen Blutgerinnung bei. Es ist zum Beispiel in Käse und Eiern enthalten, besonders konzentriert aber in Natto, einer japanischen Speise, die aus fermentierten Sojabohnen hergestellt wird.

Vitamin C spielt neben seiner Rolle bei der Erhaltung des Abwehrsystems auch eine indirekte Rolle beim Knochenerhalt. Indem es nämlich die Kollagenbildung unterstützt, trägt es auch zum Erhalt der Knochenhaut und somit der Knochen bei.

Alle diese Nährstoffe sind natürlich auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Hierbei gilt es wie immer zu beachten, dass sie die Ernährung ergänzen, während das A und O eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist.


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