Gehirnjogging – 5 Faktoren für dein Gedächtnistraining

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Gehirnjogging

Wer rastet, der rostet. Das weiß man schon seit Langem und es dürfte sich schon herumgesprochen haben, dass regelmäßiger Sport eine ziemlich gute Sache ist, um den Körper in Form zu halten und seine Fähigkeit zu bewahren, die Lasten des Alltags zu bewältigen.

Das gilt aber eben nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist. Ebenso wie die Muskeln ist es nämlich auch wichtig, das Gehirn fit zu halten, um mit den diversen Herausforderungen, die Beruf und Privatleben an uns stellen, fertigzuwerden.

Zur körperlichen Gesundheit gehört, wie gesagt, auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Das äußert sich schon darin, dass diese bei bestimmten Krankheiten eingeschränkt sein kann. Degenerative Krankheiten wie Demenz und Alzheimer sind dafür die bekanntesten Beispiele. Allerdings können auch andere Krankheitsbilder solche Symptome zeigen, von denen viele gar nichts wissen. Gedächtnislücken gehören zum Beispiel zu den typischen Anzeichen eines Typ-2-Diabetes. Auch starker Alkohol- und Drogenkonsum, ein Mangel an Schlaf, Wasser und Nährstoffen, wie auch Schilddrüsenerkrankungen können sich auf die Denk- und Gedächtnisleistung auswirken. Von der Auswirkung psychischer Erkrankungen und des allgemeinen geistigen Wohlbefindens wollen wir gar nicht erst sprechen.

Wie du siehst, ist das Ganze also nicht nur ein Thema für die Senioren unter uns. Tatsächlich betont auch der Bundesverband Gedächtnistraining e.V., die größte Vereinigung zur Förderung von Gehirn- und Gedächtnistraining in Deutschland, ausdrücklich, dass ein solches Training für Menschen jeden Alters gedacht ist. Den Gehirn-Muskel brauchst du schließlich jeden Tag, sei es zum Merken von Namen, der Organisation des Alltags oder beim Treffen alltäglicher und wichtiger Entscheidungen. Und wie oft ist es nicht schon jemanden von uns passiert, dass uns der Name von Kollegen oder Bekannten nicht eingefallen ist?

Wie Gehirnjogging aussehen kann

Zunächst einmal müssen wir sagen, dass beim Wort Gehirnjogging der Wortbestandteil „Jogging“ nicht umsonst enthalten ist. Sport und körperliche Betätigung sind nämlich allgemein auch fürs Gehirn gut, denn die Durchblutung beider Gehirnhälften wird dadurch nachweislich verbessert. Das ist natürlich ganz besonders bei Sportarten der Fall, bei denen Reaktionsfähigkeit, taktisches Denken und/oder Geschicklichkeit gefragt sind, sei es zum Beispiel Tennis oder Mannschaftssportarten wie Fußball. Aber auch Kraftsport, dem oft angelastet wird, keine sonderlich intelligente Sportart zu sein, kann für die grauen Zellen äußerst gesund sein. „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“, so heißt es nicht umsonst seit der Antike, und Sport ist deshalb immer schonmal ein guter Garant für geistige Fitness.

Aber auch die Ernährung spielt deshalb keine geringe Rolle. Dabei gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie auch bei der Erhaltung der körperlichen Gesundheit: ausreichend Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Omega-3-Fettsäuren, Kaffee in Maßen sowie möglichst wenig Zucker und Alkohol. Es gibt also in dem Sinne kein eigentliches „Brain-Food“, das ausschließlich die Gehirnleistung steigert, allerdings können wir sagen, dass beispielsweise Studentenfutter seinen Namen nicht zu Unrecht trägt, denn Nüsse und Trockenobst sind tatsächlich unter anderem auch gut fürs Gehirn. Darin stecken nämlich wertvolle Nährstoffe, die unter anderem die Funktion deines Nervensystems unterstützen.

Es gibt aber auch Methoden für ein gezieltes geistiges Training, wobei diese jeweils auf die Merkfähigkeit, die Gedächtnisleistung, die Lernfähigkeit, das logische Denken und bestimmte Gehirn-Areale abgestimmt sein können. Gerade aus Japan kommen da einige sehr nützliche Methoden. Zu nennen wäre da zum Beispiel das Gehirn-Jogging-Spiel einer bekannten japanischen Spielefirma, das seit 2005 auf dem Markt ist und einen wahren Trend ausgelöst hat. Auch das allseits bekannte Sudoku kann als ein sehr nützliches Gehirntraining bezeichnet werden, und im Gegensatz zum vorher genannten Programm brauchst du dafür nicht einmal ein bestimmtes technisches Gerät.

Dem japanischen Beispiel ähnlich und wissenschaftlich fundiert ist auch das sogenannte mentale Aktivierungstraining (MAT). Dieses Training kannst du in Kursen durchführen, die jeweils von einem geschulten Trainer geleitet werden, allerdings gibt es auch genügend Möglichkeiten, solche Trainings online und von zu Hause aus zu betreiben.

Gehirntraining im Alltag

Ebenso wie Sport, durch mehr Bewegung im Alltag, noch mehr Wirkung entfaltet, ist es neben speziellen Übungen zum Gehirntraining wichtig, dass du das Gehirn im Alltag allgemein auf Trab hältst und forderst. Dass nämlich solche Krankheiten wie Demenz und Alzheimer hauptsächlich im hohen Alter auftreten, hat mit auch damit zu tun, dass alte Menschen, wenn sie keinen Alltag mehr zu bewältigen haben, dementsprechend auch nicht nur körperlich, sondern auch geistig abbauen. Hierfür haben wir auch noch einige alltagstaugliche Methoden für dich.

#1. Kopfrechnen

Ein sehr gutes Training ist zunächst einmal Kopfrechnen. Du wirst schließlich oft Dinge haben, die du berechnen musst, vor allem natürlich Preise und Kosten. Warum versuchst du es also nicht einmal ohne Taschenrechner? Beispielsweise wenn du einkaufen gehst: merke dir jeden einzelnen Artikel mitsamt Preis und versuche, im Voraus genau zu berechnen, was du an der Kasse bezahlen musst. Bei einem nicht zu prall gefüllten Geldbeutel ist die Motivation dazu ohnehin vorhanden, dafür wird die Herausforderung bei einem prall gefüllten Einkaufswagen umso größer. Zur Sicherheit und Kontrolle kannst du immer nochmal mit dem Taschenrechner nachrechnen, aber mit der Zeit wirst du merken, dass die Ergebnisse immer genauer werden.

#2. Routine

Allgemein ist immer wichtig, nicht zu viel Routine aufkommen zu lassen. Selbst bei der notwendigen Alltagsroutine ist das durchaus möglich, beispielsweise wenn du als Rechtshänder versuchst, dir mit der linken Hand bzw. als Linkshänder mit der rechten Hand die Zähne zu putzen, die Scheiben zu wischen, Geschirr abzuspülen, oder was eben im Alltag so ansteht. Ein paar Zeilen mit der nicht gewohnten Schreibhand können das Gehirn auch vor gewisse Herausforderungen stellen. Vielleicht solltest du nicht unbedingt Glückwunschkarten auf diese Weise schreiben, aber eine Einkaufsliste, die nur du lesen musst, kann es durchaus sein. Benutze auch nicht immer dieselben Wege zu deinen gewohnten Zielen wie dem Supermarkt, deiner Arbeit oder deinem Lieblingscafé. Versuche, Umwege zu finden oder auf ungewohnte Weise ans Ziel zu kommen, beispielsweise mit dem Fahrrad statt dem Auto, oder aber zu Fuß und mit verschlossenen Augen.

#3. Hobbies

Hobbys sind nicht nur bloßer Zeitvertreib, sondern auch oft ein sehr wirksames Gehirntraining. Neben Sport sind vor allem Musizieren und das Lernen von Fremdsprachen als gute Beispiele zu nennen. Beim Musizieren werden nachweislich alle Gehirn-Areale aktiviert und es fördert die Konzentrationsfähigkeit (und es kommt immer gut an, wenn du ein Instrument spielen kannst).

#4. Sprachen & Wissen

Fremdsprachen wiederum helfen dir nicht nur, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Denn - hier übrigens eine gute Nachricht für alle Ein- und Auswanderer - Menschen, die Fremdsprachen lernen und sprechen sind nämlich tendenziell weniger von Demenz betroffen, weil das Sprechen einer Sprache im Alltag, die nicht ihre Muttersprache ist, das Denken ständig fordert. Ansonsten kann es aber auch helfen, einen schon bekannten Film einmal in einer anderen Sprache anzusehen oder die gewohnten Lieblingsbücher in einer anderen Sprache zu lesen.

Selbst wenn dir Musik und Sprachen vielleicht nicht so liegen, kann es helfen, wenn du dir immer wieder neues Wissen aneignest und etwas dazulernst, sei es im Bereich Kochen, Heimwerken, Gärtnern oder was dir eben Spaß macht. Es gibt sogar manche Leute, die sich vornehmen, jedes Jahr eine neue Fähigkeit zu erlernen und jeden Tag, mindestens aber jede Woche mindestens ein Buch zu lesen. Vielleicht schaffst du das nicht immer innerhalb dieser Zeit. Was zählt, ist die Geisteshaltung, die dahintersteckt, nämlich die, nicht nachzulassen.

Den Gamern unter uns sei gesagt, dass Computerspiele allgemein durchaus die Reaktionsfähigkeit, das strategische Denken und die räumliche Orientierung fördern können. Übertreiben solltest du es aber auch nicht, und vor allem auch immer mal wieder neue Spiele ausprobieren.

#5. Soziale Kontakte

Was auch davor schützt, geistig nachzulassen, sind soziale Kontakte, während umgekehrt soziale Isolation zu nachlassenden geistigen Fähigkeiten führt. Da diese bei alten Menschen häufiger vorkommt, ist das ein weiterer Faktor, der Demenz verschlimmern kann. Es ist also immer gut, es mit Helge Schneider zu halten: „Geh' doch deine Oma mal besuchen“. Oder eben deine Mutter, alte Freunde oder Bekannte. Nicht jeder oder jede von uns hat ein gleichermaßen starkes Bedürfnis nach Gesellschaft, aber es ist schon wichtig, dass du dich nicht vollkommen abkapselst und es Menschen gibt, denen du vertrauen kannst. Soziale Isolation kann nämlich bei Weitem nicht nur alte Leute und Arbeitslose treffen, sondern auch durchaus Menschen, die scheinbar mitten im Leben stehen.

Fazit

Um die Herausforderungen des Alltags lösen zu können, sollte nicht nur der Körper, sondern auch der Geist fit bleiben. Hier sind einerseits Sport und andere körperliche Betätigungen wichtig für das Gehirn, da sie dessen Durchblutung nachweislich verbessern. Auch die Ernährung spielt eine Rolle - Hier gelten die gleichen Regeln wie sonst auch, wenn es um "gesunde Ernährung" geht: Ausreichend Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und auch Omega-3-Fettsäuren sollten täglich auf dem Speiseplan stehen.

Und was das sogenannte "Gehinjogging" angeht: Natürlich können Übungen wie Sudoku oder Kopfrechnen die grauen Zellen fit halten, aber es gibt auch nicht ganz so herkömmliche Alternativen. Weiche hin und wieder mal von deiner Routine ab, nimm dir Zeit für deine Hobbies und pflege deine sozialen Kontakte. Und damit kann man gar nicht früh genug anfangen!


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