Verschiedene Ernährungsformen im Überblick

Unsere Ernährung wandelt sich und wird immer individueller. Heutzutage sind die verschiedenen Ernährungsformen fast so vielfältig wie die angebotenen Lebensmittel. Was aufgetischt wird, hängt oft von verschiedenen Faktoren ab: So können gesundheitliche Gründe eine Rolle spielen, aber auch Unverträglichkeiten oder religiöse Gründe, in manchen Fällen entscheidet das gute Gewissen und manchmal ist es einfach nur der Wunsch, einen neuen Trend auszuprobieren.

Einige dieser Ernährungskonzepte sind wohl bekannt, wie die vegetarische oder vegane Ernährungsform. Wissen Sie aber auch, was es mit Slow Food auf sich hat oder hast Du schon einmal von der Paleo-Ernährung gehört? Hier vermitteln wir Dir eine kleine Übersicht.

Vegetarisch

Die vegetarische Ernährungsform dürfte den meisten Leuten bekannt sein. Vegetarier verzichten auf Fleisch und Fisch, essen aber Erzeugnisse, die vom lebenden Tier stammen, wie Milch, Eier und Honig. Laut VEBU ernährt sich fast jeder Zehnte in Deutschland vegetarisch.

Des Weiteren gibt es Ovo-Vegetarier, die zwar Eier essen, aber keine Milchprodukte, und im Gegensatz dazu die Lacto-Vegetarier, die Milchprodukte, aber keine Eier essen. Außerdem gibt es noch die sogenannten Flexitarier, die den Konsum von Fleisch zulassen, diesen aber nicht zum Mittelpunkt ihrer Ernährung machen und daher nur selten und wenig Fleisch essen.

Vegan

Veganer verzichten auf alle Lebensmittel, die einen tierischen Ursprung haben. Daher essen Veganer kein Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und auch keinen Honig. Oft ist Veganismus mehr als eine bloße Ernährungsform, sondern es steckt eine ethisch motivierte Lebensweise dahinter. So achten manche Veganer auch darauf, dass ihre Kleidung und andere Dinge des täglichen Gebrauchs frei von Tierprodukten sind und diese ohne Tierversuche hergestellt wurden.

Fast Food

In unserer schnelllebigen Welt ist Fast Food immer beliebter geworden. Unter Fast Food versteht man schnell zubereitete Speisen für den raschen Verzehr. Zwischen der Bestellung und Erhalt des Essens vergehen meistens weniger als zehn Minuten. Schon in der Antike gab es Vorläufer der heutigen Schnellrestaurants, die weit verbreitet waren. In Pompeji wurden Läden ausgegraben, die große Ähnlichkeiten mit den Schnellimbissbuden der heutigen Zeit haben. Damals hatten die Stadtbewohner oftmals keinen Herd in ihren Mietwohnungen und somit waren diese Läden die einzige Möglichkeit, eine warme Speise zu sich zu nehmen.

Slow Food

Slow Food ist der Gegensatz zur Fast-Food-Kultur, denn bei dieser Ernährungsform lautet die Devise: Qualität braucht Zeit. Hier steht der Genuss im Mittelpunkt und dafür wird ökologische und regionale Qualität erfordert, die zudem sinnlich und ästhetisch ist. Diese Bewegung stammt ursprünglich aus Italien und hat sich auf die Fahnen geschrieben, die regionale Küche zu erhalten und dabei darauf zu achten, pflanzliche und tierische Produkte aus heimischem Anbau und deren lokale Produktion zu unterstützen.

Glutenfrei

Es gibt Menschen, die unter einer Glutenunverträglichkeit leiden, bei der glutenhaltige Lebensmittel eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut auslösen können. Dies verhindert eine richtige Aufnahme der Nährstoffe, die zum großen Teil unverdaut im Darm bleiben. Daher wird auf eine glutenfreie Ernährung geachtet. Da Gluten ein Klebereiweiß ist, das in vielen Getreidesorten vorkommt, wird auf diese Produkte verzichtet. Es gibt aber auch Getreidesorten, die gar kein Gluten enthalten, wie Hirse und auch Quinoa, Buchweizen oder gemahlener Leinsamen. Heutzutage gibt es eine Reihe von glutenfreien Brot- und Pastasorten im Angebot, die speziell für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit kreiert wurden.

Low-Carb

Der Begriff „Low-Carb” stammt aus dem Englischen und bedeutet Kohlenhydratminimierung, wobei „Carb” die Abkürzung für „carbohydrates” = Kohlenhydrate ist. Hierunter versteht man — wie der Name bereits andeutet — eine Ernährungsform, bei der die Aufnahme von Kohlenhydraten stark reduziert wird. Das Ziel ist, dass der Körper stattdessen seine Energie zum größten Teil aus Lebensmitteln mit einem hohen Eiweiß- und Fettgehalt erhält. Als Beweggründe stecken oftmals der Wunsch nach einem Gewichtsverlust dahinter oder es bildet Teil einer Therapie bei einer Stoffwechselerkrankung.

Rohkost

Rohkost ist die Ernährungsform, die ohne Kochen auskommt, denn Rohköstler sind der Ansicht, dass Lebensmittel wichtige Vitamine und Nährstoffe verlieren, wenn sie erhitzt werden. Es dreht sich hierbei also um die Verarbeitung und weniger um die eigentliche Lebensmittelauswahl. Rohkost-Anhänger essen viel rohes Obst und Gemüse sowie Nüsse, Samen und auch Kräuter.

Paleo

Paleo die sogenannte Steinzeiternährung ist eine alternative Ernährungsform, die zurück zu den Wurzeln führt. Dahinter steckt die Theorie, dass wir tief in unserem Inneren allesamt noch immer Steinzeitmenschen sind und unser Körper bestimmte Lebensmittel nicht verarbeiten kann.

Anhänger von Paleo ernähren sich ausschließlich von der Nahrung, die auch schon unsere Vorfahren in der Steinzeit zu sich genommen haben sollen. Dazu zählen hauptsächlich Fleisch, Fisch, Eier, Obst und Gemüse sowie Nüsse und einige Fette. Nicht erlaubt sind u. a. Getreide, Milchprodukte und Zucker.

Fazit:

Beim Thema Ernährung scheiden sich oft die Geister. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die gewählte Ernährungsform eine ganz persönliche Entscheidung ist, die jeweils respektiert werden sollte. Wichtig ist es dabei natürlich, sich gesund und ausgewogen zu ernähren jeder nach seiner Fasson. Auf dem Speiseplan sollte dabei jedoch immer viel frisches Obst und Gemüse und wenig Zucker stehen, denn egal für welche Ernährungsform Du Dich entscheidest: Die 5-am-Tag-Regel gilt für jedermann.


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