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Histaminarm in den Frühling – zwischen Hatschi & Hurra

Frau in Kleid springt in Feld

Agenda: 

Kitzeln die ersten Sonnenstrahlen schon deine Nase? Hurra, der Frühling ist da – überall wird es grüner und wir spüren wieder mehr Lust auf frische Luft und Bewegung. Doch während draußen alles aufblüht, läuft auch in deinem Körper einiges auf Hochtouren. 

Ein kleiner, nicht zu unterschätzender Mitspieler dabei ist Histamin. Durch den naturbedingten Umschwung und die Pollenzeit ist dein Körper ohnehin gefordert und schüttet vermehrt Histamin aus. Gerade dann können bestimmte Lebensmittel irgendwie anders im Körper ankommen als sonst – dein Körper reagiert plötzlich sensibler.

Infografik: Was ist Histamin?

Histamin ist aber bei weitem nicht nur ein Thema für den Frühling. Auch Stress, hormonelle Schwankungen & Co. können beeinflussen, wie dein Körper auf äußere oder innere Reize reagiert. Lass uns also gemeinsam schauen, wie du ihn in all diesen Phasen sanft unterstützen kannst.

Wichtig: Histamin ist nicht dein Gegner

Histamin hat schon eher einen schlechten Ruf, nicht wahr? Meist hören wir davon nur im Zusammenhang mit Allergien oder einer Histaminintoleranz. Klar – genau dann wird es besonders spürbar, weil dein Körper mit unangenehmen Symptomen antwortet. 

Dabei ist Histamin eigentlich erst einmal nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil: Histamin ist nämlich ein wichtiger Botenstoff, ohne den viele Prozesse in deinem Körper gar nicht richtig funktionieren würden. Man könnte sagen, er gehört zum inneren Kommunikationssystem deines Körpers und ist nicht wegzudenken. 

Histamin ist z.B. beteiligt an:

  • deinem Immunsystem, wenn es auf Fremdstoffe reagiert.
  • deiner Verdauung, indem er im Magen die Produktion von Magensäure anregen kann – ein bisschen wie der Startknopf für deine Verdauung.
  • deinen Blutgefäßen, die sich unter dem Einfluss von Histamin erweitern können.
  • deinem Schlaf-Wach-Rhythmus: Histamin verhält sich in deinem Gehirn wie ein natürlicher Wachmacher und unterstützt deinen Körper dabei, tagsüber aufmerksam zu bleiben. Erst wenn dieser Impuls abnimmt, kann dein Körper leichter in den Ruhe- und Schlafmodus wechseln.

Du siehst also:  Histamin ist eigentlich ein ziemlich hilfreicher Teamplayer  in deinem Körper. Doch warum fällt dieser Botenstoff manchmal so negativ auf?

Warum Histamin im Frühling stärker auffällt

Stell dir Histamin am besten wie eine kleine Alarmanlage in deinem Körper vor.  Sobald dein Immunsystem einen Stoff als fremd erkennt – zum Beispiel Pollen im Frühling – wird Histamin freigesetzt.  Damit startet eine natürliche  Abwehrreaktion : Du musst vielleicht niesen, deine Nase läuft oder deine Augen tränen. All das sind Versuche deines Körpers, den vermeintlichen Eindringling schnell wieder loszuwerden. In diesem Sinne ist Histamin also eher ein  Schutzmechanismus  als ein Störenfried. 

Bei einer  Allergie  wird Histamin allerdings stärker ausgeschüttet. Wichtig dabei: Histamin ist  nicht die Ursache der Allergie , sondern der Botenstoff, der die Reaktion im Körper vermittelt. Das berühmte „Hatschi“, die juckenden Augen oder eine laufende Nase sind letztlich Zeichen dafür, dass dein Immunsystem gerade arbeitet.

Infografik: Wie Immunreaktionen entstehen

Normalerweise reguliert dein Körper das ziemlich clever selbst. Er setzt Histamin frei, nutzt es im Rahmen der Abwehrreaktion und baut überschüssiges Histamin wieder ab – unter anderem über das Enzym DAO (Diaminoxidase), das vor allem im Darm aktiv ist. Man kann sich das wie ein Aufräumteam vorstellen, das nach dem Alarm wieder für Ordnung sorgt.

Im Idealfall läuft das alles also ganz leise im Hintergrund. Spannend wird es, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen – etwa wenn dein Körper durch  Pollen ohnehin mehr Histamin ausschüttet  oder das System, das Histamin abbaut, gerade etwas stärker gefordert ist. Dann kann sich dieses feine Gleichgewicht schneller verschieben. Und genau hier kommt die Ernährung ins Spiel, denn auch sie kann deinen Histaminhaushalt beeinflussen. 

Warum eine histaminarme Ernährung deinen Körper entlasten kann

Im Grunde arbeitet dein Histamin-System ein bisschen wie eine  Waage . Auf der einen Seite steht das Histamin, das dein Körper selbst ausschüttet – zum Beispiel als Reaktion auf  Pollen . Auf der anderen Seite laufen Prozesse, die überschüssiges Histamin wieder abbauen.

In bestimmten Phasen kann diese Balance jedoch leichter ins Wanken geraten: Etwa wenn dein  Immunsystem stark gefordert ist , wenn  Stressphasen oder wenig Schlaf  dazukommen oder eben genau im Frühling: Dein Immunsystem ist bereits mit Pollen und anderen Reizen beschäftigt und setzt deshalb vermehrt Histamin frei. Kommt zusätzlich Histamin aus Lebensmitteln hinzu, kann das für dein System wie eine Doppelbelastung sein. 

Alles Bereiche, an denen sich arbeiten lässt und Letzterer ist besonders interessant, weil noch immer sehr wenige Menschen auf dem Schirm haben, dass sie auch über Lebensmittel Histamin zu sich nehmen. Bei einer histaminbewussten Ernährung  geht es nicht um strenge Verbote oder eine komplizierte Diät. Vielmehr schenkst du deinem Körper damit Entlastung, in einer Phase, in der er ohnehin viel zu tun hat. Viele berichten von besserem Wohlbefinden, wenn sie auf frische Lebensmittel achten. Denn gerade in Zeiten während des Pollenflugs kann es sich gut anfühlen für eine Weile bewusster zu wählen welche Lebensmittel auf deinem Teller landen. 

Expertenhinweis: Histaminintoleranz

Wo ist Histamin drin? Ein Blick auf typische Lebensmittel

Einmal ganz kurz erklärt: Histamin entsteht in Lebensmitteln vor allem dann, wenn sie reifen, fermentieren oder länger gelagert werden. Dabei bauen Mikroorganismen Eiweiße ab, wodurch Histamin entstehen kann. 
Wir merken uns das anhand einer einfachen Faustregel: Je länger ein Lebensmittel reift oder herumliegt, desto eher kann sich Histamin bilden.

Deshalb tauchen bestimmte Lebensmittel immer wieder auf, wenn es um Histamin geht. Zum Beispiel gereifter Käse, Wurstwaren, Rotwein, Sauerkraut oder auch Fisch, der schon länger gelagert wurde. Auch Lebensmittel wie  Tomaten, Spinat oder Avocado  werden häufig genannt. Nicht, weil sie grundsätzlich „schlecht“ sind – sondern weil Reifegraf und Lagerung eine Rolle spielen. 

Infografik: Histaminreiche Lebensmittel

Keine Sorge, das bedeutet jetzt nicht, dass du das alles nicht mehr essen darfst. Bei einer histaminbewussten Ernährung geht es wie gesagt nicht darum, sich mit Verbotslisten zu stressen. Du erinnerst dich an die Faustregel oben? Lass uns das mal als einen Leitsatz für dich zusammenfassen, der dich im Alltag bei der Wahl möglichst histaminarmer Lebensmittel unterstützen kann: Je frischer ein Lebensmittel, desto sanfter ist es oft für dein System. 

Wenn du also viel frisch kochst, saisonale Zutaten nutzt und auf möglichst natürliche Lebensmittel setzt, machst du meistens schon ganz intuitiv vieles richtig. Diese Lebensmittel könnten zum Beispiel auf deinem Teller landen:

Infografik: histaminarme Lebensmittel

Genau hier schließt sich auch der Kreis zum nächsten wichtigen Thema. Denn wenn wir über Histamin sprechen, sprechen wir fast immer auch über  Darm und Immunsystem  – zwei Systeme, die im Körper eng zusammenarbeiten. 

Histaminbalance? Darm, Immunsystem & Co. mitdenken

Beim Thema Histamin lohnt sich ein Blick auf das große Ganze. Denn Histamin arbeitet im Körper nicht allein – es ist Teil eines ziemlich spannenden Zusammenspiels aus Darm, Immunsystem, Nervensystem, Hormonen und deinem Alltag.

Das bedeutet ganz praktisch: In deinem Körper hängt erstaunlich viel miteinander zusammen.

Zum Beispiel diese Verbindungen: 

Infografik: Zusammenhänge im Körper

Klingt erstmal nach viel – aber eigentlich bedeutet es nur: Dein Körper ist ein echtes Teamwork-System. Und wenn ein Bereich aus dem Takt gerät, merken das oft auch die anderen. 

Darm ↔ Immunsystem & Immunsystem ↔ Histamin: In deinem Darm sitzt ein großer Anteil deines Immunsystems. Gleichzeitig wird hier auch ein Teil des Histamins wieder abgebaut – u.a. über das Enzym  DAO (Diaminoxidase) . Wenn Darmflora und Immunsystem gut zusammenspielen, kann dein Körper insgesamt ruhiger auf Reize reagieren . 

Ernährung ↔ Darmflora: Und genau hier kommt deine Ernährung wieder ins Spiel. Sie beeinflusst nämlich deine  Darmflora – also die Vielfalt deiner Darmbakterien. Und Vielfalt ist hier tatsächlich eine gute Sache: Je vielfältiger dein Mikrobiom, desto stabiler kann dein System arbeiten. Frische, ballaststoffreiche Lebensmittel können deine Darmflora in Balance halten. In Phasen, in denen dein Körper besonders gefordert ist, kann es zusätzlich sinnvoll sein, diese Vielfalt bewusst in Blick zu nehmen. Der Nature Love Probiona Kulturen Komplex  kombiniert ausgewählte Bakterienkulturen und ergänzt eine bewusste Ernährung. Wenn du tiefer in das Thema eintauchen möchtest, haben wir in einem eigenen Beitrag ausführlicher erklärt, wie eng Darm und Immunsystem zusammenarbeiten. 

Stress ↔ Histamin: Ein Faktor, den wir alle kennen:  Stress . Er beeinflusst unglaublich viele Prozesse im Körper – auch das Histamin-System. Wenn dein Alltag gerade viel von dir verlangt oder du innerlich angespannt bist, kann dein Nervensystem schneller reagieren. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern einfache Biologie. Gerade in solchen Phasen kann es guttun, deinem Körper ein wenig Ausgleich zu ermöglichen. Unser Geheimtipp für solche Phasen: Unsere gepufferten Vitamin C Kapseln zum Beispiel – denn Vitamin C unterstützt dein Immun- und Nervensystem.¹

Schlaf ↔ Reizempfinden: Auch  Schlaf  spielt eine wichtige Rolle. Wenn du gut ausgeruht bist, kann dein Körper Reize besser einordnen und regulieren. Fehlt dieser nächtliche Reset, fühlen sich Symptome oft intensiver an – als hätte jemand die Lautstärke ein Stück höher gedreht.

Zyklus ↔ Histamin: Und schließlich gibt es noch einen weiteren spannenden Einflussfaktor: Hormone. Ein Zusammenhang, der vor allem für Frauen superwichtig ist – weil man ihn oft erst versteht, wenn man einmal darauf gestoßen ist. Diese spannende Verbindung schauen wir uns jetzt an.

Histamin & Hormone: Warum dein Zyklus eine Rolle spielen kann

Vielleicht hast du das auch schon beobachtet: Es gibt Tage, da fühlst du dich total stabil – und dann plötzlich Phasen, in denen dein Körper empfindlicher reagiert. Die Haut spannt schneller, der Kopf fühlt sich sensibler an oder bestimmte Lebensmittel passen gerade irgendwie nicht so gut. Und das kann tatsächlich mit deinem Zyklus zusammenhängen.

Zwischen Histamin und dem weiblichen Hormon Östrogen gibt es nämlich eine enge Verbindung.² Wenn der Östrogenspiegel steigt, kann auch die Histaminfreisetzung im Körper zunehmen. Gleichzeitig kann Histamin selbst wiederum hormonelle Prozesse beeinflussen. Man könnte sagen: Die beiden stehen in ständigem Austausch miteinander.

Deshalb berichten viele Frauen rund um den Eisprung – wenn der Östrogenspiegel natürlicherweise höher ist – von einer stärkeren Reizempfindlichkeit. Auch in der Zeit vor der Periode oder in hormonellen Übergangsphasen kann sich das System sensibler anfühlen.

Ganz wichtig dabei: 
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine  Histaminintoleranz  vorliegt. Es zeigt eher, wie fein dein Körper auf hormonelle Veränderungen reagieren kann. Wenn dann noch Faktoren wie Stress, wenig Schlaf oder eine aktive Allergiezeit dazukommen, kann sich alles ein bisschen intensiver anfühlen – einfach weil mehrere Signale gleichzeitig wirken.

Du kannst hierbei wieder an die Waage denken: Hormone bewegen eine Seite leicht – Histamin reagiert darauf – und schon verändert sich das Gesamtgefühl.

Die gute Nachricht: Wenn du diesen Zusammenhang kennst, kannst du dich in solchen Phasen oft bewusster unterstützen. Es geht dabei nicht darum, deinen Zyklus zu „optimieren“. Sondern ihn zu verstehen.

Und manchmal hilft schon dieses kleine Aha: 
„Vielleicht bin ich gerade einfach in einer empfindlicheren Phase – und das ist völlig okay.“  

Der Frühling darf sich leicht anfühlen.  Histamin   ist dabei nicht dein Feind, sondern ein wichtiger Teil deines Körpers. 
Wenn dein Körper durch äußere Belastungen wie Pollen, Stress oder hormonelle Veränderungen ohnehin gefordert ist, freut er sich besonders über kleine Momente der Entlastung. 
Manchmal reicht schon ein bewusster Blick auf Ernährung, deine Darmvielfalt, dein Stresslevel oder deinen Schlaf, um deinem System wieder etwas mehr Balance zu geben. 
Zwischen Hatschi und Hurra liegt eben oft nur ein wenig mehr Verständnis für die eigenen Körperprozesse. Und genau dort beginnt diese schöne Leichtigkeit, die wir uns für diese Jahreszeit eigentlich wünschen. 

Geschrieben von: Roxi – Texterin 
Geprüft von: Feline – Lebensmittelrecht + wissenschaftliche Prüfungen


Liebe Grüße vom Nature Love Redaktionsteam!

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Redaktionsteam von Nature Love
Von links: Feline, Carmen, Ilka, Liza, Isabelle, Denisa


¹ Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems und Nervensystems bei.

² https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3377947/

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